Das Braunkohlen-Altbergbaugebiet Malliß/Conow befindet sich im Südwesten des Landkreises Ludwigslust im sog. Mineraldistrikt SW-Mecklenburg, wo seit dem Mittelalter zunächst Sole, später Glassande, Tone zur Alaungewinnung, Braunkohle, Gips sowie Kali- und Steinsalze gewonnen wurden.
Die Braunkohlenlagerstätte Malliß/Conow entstand im Randbereich des seit der Unterkreide aufsteigenden Salzstockes
Conow, der die mesozoischen Schichten durchbrach und die tertiären und quartären Sedimente aufwölbte. Eine dieser
tertiären Schichten ist die Braunkohle mit drei Flözen in unterschiedlicher Qualität und Mächtigkeit (Mallißer
Braunkohlenformation, Miozän).
Die mittleren Abbaumächtigkeiten der zwei bauwürdigen Braunkohlenflöze (Ober- und Unterflöz) betrugen etwa 2 m . Durch
den Aufstieg des Salzstockes entstand als Erhöhung der Wanzeberg, der sich ca. 30-40 m vom umliegenden Gelände
abhebt.
Die Kenntnis, der bei Bockup im 16. und 17. Jahrhundert abgebauten Alauntone veranlaßte 1790 Herzog Friedrich Franz
von Mecklenburg, Sucharbeiten nach Kohle auf dem Wanzeberg durchführen zu lassen. Nachdem 1817 das Gebiet zwischen
Bockup und Malliß planmäßig abgebohrt war, begannen erste bergbauliche Arbeiten mit dem Abbau des Oberflözes im
Friedrich-Franz-Feld. Infolge des geringen Absatzes der Kohle wurden die Gewinnungsarbeiten 1838 eingestellt.
1856 erwarb eine Aktiengesellschaft, der Mecklenburgische Bergbau-Verein, die Friedrich-Franz-Zeche und die Förderung
wurde wieder aufgenommen. Der Abbau des Oberflözes wurde 1880 aufgrund der immer schwieriger werdenden Wasserhaltung
eingestellt.
Mit dem Aufkommen von Fabriken im Mallißer Gebiet (u. a. die Mallißer Ziegelei) stieg die Nachfrage nach preiswerter
Kohle. Zur Steigerung der Braunkohlenförderung wurde ab dem Jahre 1875 der Abbau des Unterflözes im Marienstollen-Feld
und ab 1880 im Conow-Feld vorangebracht.
Vom Südhang des Wanzeberges trieb man den Marienstollen in den Berg, welcher der Förderung und Wasserhaltung diente.
Der Abtransport der Kohle erfolgte u. a. auf Lastkähnen, die über einen eigens angelegten Stichkanal zum Eldekanal
Anschluss an das Wasserstraßennetz hatten.
Durch die Konkurrenz der mitteldeutschen Braunkohlenbetriebe kam der Abbau im Mallißer Revier 1908 erneut zum
Erliegen. Die Förderung von 1922 bis 1926 im Conow-Feld (Unterflöz) diente der Conower Kaligewerkschaft zur
Eigenversorgung mit Braunkohle. Die Brennstoffknappheit nach dem 2. Weltkrieg war der Anlass, die Gewinnungsarbeiten
wieder aufzunehmen. Die Förderung begann 1947 mit dem Abbau von Restpfeilern im Bereich des Conow-Stollens I. Mit dem
Abteufen des Malliß-Schachtes im Jahre 1948 begann die Erschließung der restlichen Feldesteile im Malliß-Feld. Mit der
Ausrichtung der tonnlägigen Schächte Conow IV, V und VI verlagerten sich die Gewinnungsarbeiten auf das Hauptfeld Conow
im nordwestlichen Bereich der Lagerstätte.
Dem Flözeinfallen folgend, erreichte man Abbauteufen von 50 m unter Flur bis zur westlichen Begrenzung der Lagerstätte
an einer Störungszone. Die Gesamtauffahrungen des Mallißer Braunkohlentiefbaues erstrecken sich auf eine Fläche von ca.
120 ha.