Die Herstellung von Kavernen-
speichern setzt ausreichend mächtige Salz-
formationen, in der Regel Salzstöcke, voraus. Die Hohlräume werden mittels Bohrungen von über Tage in Teufen bis 2500
Meter ausgesolt. Je nach geo-
logischen Verhältnissen und betrieblichen Erfordernissen erreichen Salzkavernen Speicher-
volumen von 100.000 bis größer 500.000m³.
Die fertig gesolte Kaverne wird nach Erreichen des geplanten Volumens erstmals mit Gas befüllt. Dabei wird die noch in der Kaverne befindliche Sole nach über Tage ausgelagert und, sofern sie nicht verarbeitet wird, in untertägige Speicherhorizonte oder in das Meer verbracht. Der Salzstock und die überlagernden Deckschichten garantieren die Dichtheit der Kavernen.
Diese künstlich erzeugten Hohlräume in Salzstöcken werden durch Bohren und Aussolen geschaffen und über Kompressoren mit Erdgas befüllt. Sie sind zylinderförmig, können Durchmesser bis zu 80 m und Höhen zwischen 50 und 500 m haben und liegen Hunderte von Metern unter der Erdoberfläche, in Deutschland zum Teil in Tiefen (bergmännisch Teufen) bis zu 2.500 m.
Die gespeicherten Gasmengen variieren zwischen 40 und 100 Millionen Kubikmeter pro Einzelkaverne. Die petrophysikalischen Eigenschaften von Salz garantieren die natürliche Dichtheit der Steinsalzkavernen und machen eine zusätzliche Auskleidung, wie bei bergmännisch geschaffenen Felskavernen, unnötig.
Kavernenspeicher werden vorwiegend zur Spitzendeckung verwendet und stehen zum Ausgleich kurzfristiger Importstörungen oder Schwankungen zur Verfügung. Der Gasinhalt eines jeden Speichers unterteilt sich grundsätzlich in Kissengas und Arbeitsgas. Das Kissengas besteht aus dem Gasvolumen, das in einem Speicher erforderlich ist, um den minimal notwendigen Speicherdruck für eine optimale Ein- und Ausspeicherung zu ermöglichen. In Kavernen ist das Kissengas auch zur Gewährleistung der Standfestigkeit erforderlich. Der Kissengasanteil beträgt etwa 1/3 bis 1/2 vom maximalen Speichervolumen und verbleibt permanent im Speicher. Als Arbeitsgas definiert man das Gasvolumen, das zusätzlich zum Kissengas jederzeit eingelagert oder entnommen werden kann.
Kavernenspeicher Kraak

Bild: Betriebsgelände des Kavernenspeichers Kraak
(Bildquelle: E.ON Hanse AG)
Der Salzstock Kraak (E.ON Hanse AG) wurde in den 60er Jahren im Rahmen der flächendeckenden Erkundung bzw. Suche nach Erdöl aufgespürt. Das Verteufen der ersten Erkundungsbohrung für den Untergrundspeicher Kraak begann im September 1994. 1995 waren sämtliche Voruntersuchungen abgeschlossen.
Nach den positiven Ergebnissen der Erkundungsbohrung im Salzstock Kraak folgte beim Bergamt Stralsund die Beantragung der „Erteilung der Bewilligung gemäß des Bundesberggesetzes (BBergG) für den Speicherstandort“, die am 18.12.1995 erteilt wurde.
Bild: Luftbildaufnahme Kavernenplatz 2 des UGS Kraak
(Bildquelle: E.ON Hanse AG)
Kavernensolung und Speicherbetrieb
Die Errichtung der Kavernen (Solbetrieb) und die Gasspeicherung (Speicherbetrieb) erfolgt auf der Grundlage von Rahmen-, Haupt- und Sonderbetriebsplänen, die durch das Bergamt Stralsund zugelassen werden müssen. Bei der Solung der Kavernen anfallende Sole wird in tief gelegene, bereits mit Salzwasser gefüllte Sandsteinformationen versenkt. Für die Soleversenkung werden ehemalige Geothermie-Bohrungen benutzt.
Mit der Solung der ersten Kavernen „Kraak 101“ wurde Ende 1996 begonnen. Nach der Fertigstellung der Kaverne im Jahr 2000, wurde die Erstbefüllung mit Gas am 05.09.2000 beendet. Die Gaserstbefüllung der 2. Kaverne „Kraak 102“ war am 03.10.2003 abgeschlossen. Mit der Solung der 3. Kaverne „Kraak 103“ wurde im April 2000 begonnen und im Dezember 2006 wurde Kaverne fertiggestellt. Die Gaserstbefüllung wurde im September 2007 abgeschlossen. Mit der Solung der 4. Kaverne „Kraak 106“ wurde im Mail 2004 begonnen. Das Solende ist voraussichtlich 2009.
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Kavernen |
Kraak 101 |
Kraak 102 |
Kraak 103 |
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höhster Punkt |
910 m |
854 m |
965 m |
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tiefster Punkt (Kavernensumpf) |
1010 m |
1024 m |
1135 m |
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Höhe |
100 m |
170 m |
170 m |
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maximaler Durchmesser |
90 m |
90 m |
90 m |
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Volumen |
246.500 m³ |
377.800 m³, |
433.750 m³ |
Kaverne 103 Sicht von Süden
(Bildquelle: Vermessungsbericht SOCON GmbH)
Kavernenspeicher Moeckow
Bildquelle: Vorhabensträger
Die EWE AG ist seit 03.2006 Inhaber des Bergwerkseigentums Moeckow und führt derzeit Erkundungsarbeiten auf der Grundlage eines zugelassenen Hauptbetriebsplanes und entsprechenden Sonderbetriebspläne durch. Im Frühjahr 2007 wurde diesbezüglich eine umfangreiche 3D – seismische Untersuchung abgeschlossen.
Bildquelle: DMT Essen
Die erste Erkundungsbohrung soll im Frühjahr 2008 abgeteuft werden. Bei einem positiven Eignungsnachweis ist in einer ersten Ausbaustufe die Anlage eines Kavernenspeichers mit insgesamt ca. 500 Mio. m³ Arbeitsgas geplant.