Torf ist ein organisches Sediment, das in Mooren entsteht. Er bildet sich aus der Ansammlung nicht oder nur
unvollständig zersetzter pflanzlicher Substanz und stellt die erste Stufe der Inkohlung dar. Torf besitzt eine große
wirtschaftliche Bedeutung und wird an zahlreichen Stellen abgebaut. Ab einem Gehalt an organischer Substanz von 30%
(Rest: Wasser und Mineralien) spricht man von Torf; Gehalte unter 30% bezeichnet man als Feuchthumus oder veraltet als
Moorerde.
Man unterscheidet Niedermoortorf, der sich in Niedermooren bildet, von Hochmoortorf, der ausschließlich in Hochmooren
gebildet wird.
Zu den Niedermooren, diesen sehr nährstoffreichen Standorten, zählen die meisten der heute noch wachsenden Moore in
Mitteleuropa. Die sehr nährstoffreichen Bedingungen, deshalb auch als Reichmoor bezeichnet, resultieren meistens aus
zeitweiliger Überstauung mit Fremdwasser und phasenweiser Austrocknung.
Das Wachstum wird hauptsächlich durch das hohe Stickstoffangebot bestimmt, die pH-Verhältnisse werden hier fast
bedeutungslos und können zwischen 3,2 - 7,5 liegen.
Nährstoffreiche Moore sind immer mineralbodenwasserernährt, hauptsächlich Versumpfungs-, Quell- und Überflutungsmoore der Flussniederungen (Auenüberflutungsmoore) sowie der Küstengebiete. Niedermoore entwickeln sich bei geeigneten Bedingungen über Zwischenmoorstadien weiter zu Hochmooren. Die Vegetation besteht aus meist dichten und hochwüchsigen Vegetationsbeständen, die lichtliebende Moose weitgehend verdrängen. Die wichtigsten Vegetationseinheiten sind Erlenbruchwälder, Röhrichte und Großseggenriede.
Hochmoore (auch Arm- oder Regenmoor) sind ausschließlich regenwasserernährt und damit sauer und sehr nährstoffarm. Sie verfügen über nur geringe Gehalte an Stickstoff und anderen Nährstoffen und zeichnen sich durch hohe Kohlenstoffgehalte im Torf aus. Die pH-Werte liegen zwischen 3 - 4,8. Die typische Pflanzenwelt besteht aus fast geschlossenen Torfmoosrasen. Hochmoore entwickeln sich häufig auf Niedermooren, aber auch ohne vorherige Niedermoorbildung direkt auf mineralischem Untergrund (wurzelechte Hochmoore). Die extreme Nährstoffarmut, der niedrige pH-Wert und die permanente Wassersättigung der Hochmoorlebensräume bedingen eine hoch-spezialisierte einzigartige Tier- und Pflanzenwelt mit einer Vielzahl gefährdeter Arten.
Die Gewinnung von Torf wird in acht Tagebauen in den Landkreisen Bad Doberan, Mecklenburg-Strelitz, Nordvorpommern und Nordwestmecklenburg betrieben. Die Nutzung erfolgt für balneologische und gärtnerische Zwecke. Die Aufteilung des Gewinnungsanteils der fördernden Landkreise geht aus dem abgebildeten Diagramm hervor.
Gewinnungsanteile der fördernden Landkreise