Gashochdruckleitungen

Das Bergamt Stralsund ist zuständige Behörde für die Ausführung des § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, des § 44 Abs. 3 Satz 2 und 3 und des § 45 Abs. 2 Satz 1 EnWG, in Verbindung mit § 3a UVPG, für Gasversorgungsleitungen mit einem Durchmesser von mehr als 300 mm. Im Rahmen dieser Zuständigkeit werden die Genehmigungsverfahren (energierechtliche Planfeststellungsverfahren) für den Bau von Gashochdruckleitungen auf dem Festland und im Bereich des Küstenmeeres geführt.

Ebenso werden im Zuständigkeitsbereich des Bergamtes Stralsund die Genehmigungsverfahren für Transitrohrleitungen gemäß § 133 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BBergG im Bereich des deutschen Festlandsockels durchgeführt.

Das Bergamt Stralsund ist zuständige Behörde für die Ausführung der Verordnung über Gashochdruckleitungen (GasHDrLtgV) für Gashochdruckleitungen, die von einer Landstation über das Küstenmeer in Transitrohrleitungen übergehen, für Gashochdruckleitungen, die aus Transitrohrleitungen über das Küstenmeer zu einer Landstation führen und für Gashochdruckleitungen, bei denen Transitrohrleitungen das Küstenmeer queren. Gegenwärtig betrifft das alleinig die Ostsee-Pipeline im deutschen Zuständigkeitsbereich.

Europäische Gasanbindungsleitung (EUGAL)

Im April 2016 ist bei der zuständigen Behörde angezeigt worden, dass die GASCADE Gastransport GmbH die Planungen und den späteren Bau und Betrieb der EUGAL verantwortet.

Für die Earbeitung notwendiger umweltfachlicher Unterlagen fand am 29.06.2016 eine gemeinsame Besprechung (Scoping) von Vorhabenträger, Behörden, Vereinigungen und dem Bergamt Stralsund statt.

Ferngasleitung 304 (FGL304)

Die am 11.07.2005 planfestgestellte 120 Kilometer lange Gasleitung FGL304 führt von Börnicke bei Berlin nach Schwennenz.

20 km verlaufen durch Mecklenburg-Vorpommern. Diese Pipeline soll bei einem Leitungsdurchmesser von 700 mm das deutsche und polnische Gasleitungsnetz miteinander verbinden. Von polnischer Seite wird die Umsetzung einer wirtschaftlich tragfähigen Lösung in Form einer ca. 150 km langen Verbindung zwischen dem Leitungssystem bei Börnicke und dem Leitungssystem bei Stettin angestrebt. Das Projekt wird von der IRB Deutschland GmbH & Co. KG und der Verbundnetz Gas AG betrieben. Bisher wurde mit dem eigentlichen Bau der Pipeline noch nicht begonnen.

Norddeutsche Anschlussleitung (NORDAL)

Die am 21.04.2004 planfestgestellte 210 Kilometer lange Gasleitung NORDAL führt von Lubmin bis Börnicke bei Berlin.

104 km verlaufen durch Mecklenburg-Vorpommern. Diese Pipeline sollte bei einem Leitungsdurchmesser von 800 mm ursprünglich nur das GuD-Kraftwerk, welches CONCORD POWER am Standort Lubmin plante, an das Gasleitungshochdrucknetz anbinden und mit Brennstoff versorgen. Die Pipeline könnte nach der zugelassenen Planänderung auf einen Leitungsdurchmesser von 1200 mm (Änderungsbeschluss vom 05.12.2006) auch in umgekehrter Richtung für den Abtransport von Teilmengen der aus der Ostsee-Pipeline in Lubmin anlandenden Gasmengen in das deutsche und europäische Ferngasnetz genutzt werden. Das Projekt wird von der Concord Power Nordal GmbH betrieben, die wie die Concord Power Lubmin 1 GmbH zur Hamburger Saalfeld Holding GmbH gehört.

Bisher wurde mit dem eigentlichen Bau der Pipeline noch nicht begonnen.

Norddeutsche-Erdgas-Leitung (NEL)

Verschweißen der Rohre beim Verlegen der NEL Details anzeigen

Verschweißen der Rohre beim Verlegen der NEL

Verschweißen der Rohre beim Verlegen der NEL

Verschweißen der Rohre beim Verlegen der NEL

Bau einer Übergabestation nahe Sülstorf Details anzeigen

Bau einer Übergabestation nahe Sülstorf

Bau einer Übergabestation nahe Sülstorf

Bau einer Übergabestation nahe Sülstorf

Die am 07.02.2011 planfestgestellte über 440 Kilometer lange Gasleitung NEL (Norddeutsche-Erdgas-Leitung) führt von Lubmin über Hittbergen (Niedersachsen) bis nach Rehden.

237 km verlaufen durch Mecklenburg-Vorpommern. Diese Pipeline soll bei einem Leitungsdurchmesser von 1420 mm Teilmengen der aus der Ostsee-Pipeline in Lubmin anlandenden Gasmengen im Transit in das deutsche Ferngasnetz und zu den großen Untergrundspeichern transportieren. Die Transportkapazität beträgt ca. 22 Mrd. m³/a. Nach Einspeisung in das bestehende oder zu errichtende Gasleitungsnetz soll der Bedarf im deutschen und westeuropäischen Raum gedeckt werden. Das Projekt wird wesentlich von der W & G Beteiligungs-GmbH & Co. KG (vormals WINGAS GmbH & Co. KG), der E.ON Ruhrgas AG, der Ostseeanbindungsleitung GmbH und der Fluxys Deutschland GmbH betrieben. Die Bauarbeiten gingen in Mecklenburg-Vorpommern wie planfestgestellt und termingerecht voran. Nach Fertigstellung, Drucktest und intensiver Testphase wurde die Pipeline am 01.11.2012 kurz nach dem 2. Strang der Ostsee-Pipeline in Betrieb genommen. Die NEL Gastransport GmbH übernimmt für die NEL die Aufgaben des Netzbetreibers.

Nord Stream 2

Nach einer durchgeführten Machbarkeitsstudie haben die Planungen für eine weitere bis zu 1225 Kilometer lange Gasleitung durch die Ostsee von Russland durch die AWZ’s von Finnland, Schweden und Dänemark bis nach Deutschland begonnen. Unter dem 02.04.2013 wurde vom Vorhabenträger ein Vorschlag für den nationalen Untersuchungsumfang bei den zuständigen Behörden BSH und Bergamt Stralsund eingereicht. Mit Schreiben vom 08.04.2013 haben die betroffenen Länder die anderen Länder über das Vorhaben informiert (Notifizierung gemäß ESPOO-Konvention). Das Project Information Document (PID) sowie die Scoping-Unterlagen wurden in Deutschland an die Behörden, Vereinigungen und sonstigen Beteiligten verschickt und diese zur Stellungnahme aufgefordert. Eine öffentliche Auslegung der Dokumente erfolgte ebenfalls. Der Scopingtermin wurde am 26.06.2013 durchgeführt.

Mit Schreiben vom 07.04.2017 und Zusendung der vollständigen Antragsunterlagen an die zu Beteiligenden ist das nationale Anhörungsverfahren eröffnet worden. Bis zum 31.05.2017 besteht die Möglichkeit, Stellungnahmen und Einwendungen bei der zuständigen Behörde einzureichen. Diese Antragsunterlagen und die Dokumente zur grenzüberschreitenden UVP werden öffentlich ausgelegt (vgl. Bekanntmachung).

Ostsee-Pipeline (Nord Stream)

Verlegearbeiten im Greifswalder Bodden Details anzeigen

Verlegearbeiten im Greifswalder Bodden,
Juli 2010

Verlegearbeiten im Greifswalder Bodden

Verlegearbeiten im Greifswalder Bodden,
Juli 2010

Einbindearbeiten Pipeline 2, Anlandestation Details anzeigen

Einbindearbeiten Pipeline 2, Anlandestation,
August 2012

Einbindearbeiten Pipeline 2, Anlandestation

Einbindearbeiten Pipeline 2, Anlandestation,
August 2012

Die am 21.12.2009 planfestgestellte über 1.224 Kilometer lange Gasleitung Ostsee-Pipeline führt von Vyborg (Russland) durch die AWZ’s von Finnland, Schweden und Dänemark nach Lubmin (Deutschland).

80 km verlaufen durch die deutsche AWZ und das deutsche Küstenmeer. Für diese Gasleitung wurde am 21.12.2009 eine weitere Genehmigung gemäß § 133 Abs. 1 Nr. 1 BBergG durch das Bergamt Stralsund und am 28.12.2009 gemäß § 133 Abs. 1 Nr. 2 BBergG durch das BSH Hamburg erteilt.

Der Leitungsdurchmesser beträgt 1200 mm. Das Projekt wird von der Nord Stream AG mit Sitz in Zug (Schweiz) betrieben. Auf dem russischen Festland hat Gazprom eine 917 Kilometer lange Leitung gebaut, um die Ostsee-Pipeline mit dem russischen Gasnetz zu verbinden. Von Lubmin aus wurden die Gasleitung OPAL in Richtung Süden und die Gasleitung NEL in Richtung Westen mit einer Gesamtlänge von 850 Kilometern zur Anbindung an das deutsche und europäische Netz verlegt. Nach der intensiven Testphase (Beginn September 2011) wurde die Pipeline mit dem ersten Strang fertiggestellt und ging mit einer Transportkapazität von 27,5 Mrd. m³/a Erdgas am 08.11.2011 in Betrieb. In einer zweiten Projektphase wird die Transportkapazität durch den parallel laufenden Leitungsstrang auf rund 55 Mrd. m³/a verdoppelt. Dieser zweite Leitungsstrang ist am 08.10.2012 offiziell in Betrieb genommen worden.

Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL)

Einbringen der vorgefertigten Rohrleitung in den Rohrgraben Details anzeigen

Einbringen der vorgefertigten Rohrleitung in den Rohrgraben

Einbringen der vorgefertigten Rohrleitung in den Rohrgraben

Einbringen der vorgefertigten Rohrleitung in den Rohrgraben

Ein "kleines" Problem bei den Verlegearbeiten ... (großer Findling im Rohrgraben) Details anzeigen

Ein "kleines" Problem bei den Verlegearbeiten ...

Ein "kleines" Problem bei den Verlegearbeiten ... (großer Findling im Rohrgraben)

Ein "kleines" Problem bei den Verlegearbeiten ...

Die am 06.08.2009 planfestgestellte über 470 Kilometer lange Gasleitung OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung) führt von Lubmin über Baruth/Mark (Brandenburg) bis nach Olbernhau (Sachsen) auf die deutsch-tschechische Grenze.

103 km verlaufen durch Mecklenburg-Vorpommern. Diese Pipeline soll bei einem Leitungsdurchmesser von 1.420 mm große Teilmengen der aus der Ostsee-Pipeline in Lubmin anlandenden Gasmengen im Transit in das tschechische Ferngasnetz transportieren. Die Transportkapazität beträgt ca. 36 Mrd. m³/a. Das Projekt wird wesentlich von der W & G Beteiligungs-GmbH & Co. KG (vormals WINGAS GmbH & Co. KG) betrieben. Nach 22 Monaten Bauzeit ist die größte Erdgasleitung Westeuropas am 13.07.2011 mit der letzten Schweißnaht fertig gestellt worden. Die OPAL-Leitung war in den Monaten der Bauzeit Deutschlands längste Baustelle. Nach der intensiven Testphase (Beginn Juli 2011) wurde die Pipeline am 08.11.2011 zusammen mit dem 1. Strang der Ostsee-Pipeline in Betrieb genommen. Die OPAL Gastransport GmbH übernimmt für die OPAL die Aufgaben des Netzbetreibers.

Dokumente und Downloads

Neu eröffnetes Planfeststellungsverfahren gemäß EnWG

Mitteilung vom 10.04.2017

Kontakt

Sachgebietsleiter Planfeststellung
Rocco Müller
Raum: A312
Telefon: 03831-612131
Telefax: 03831-612112 ; 03831-612116