Gashochdruckleitungen

Das Bergamt Stralsund ist zuständige Behörde für die Ausführung des § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, des § 44 Abs. 3 Satz 2 und 3 und des § 45 Abs. 2 Satz 1 EnWG, in Verbindung mit § 5 UVPG, für Gasversorgungsleitungen mit einem Durchmesser von mehr als 300 mm. Im Rahmen dieser Zuständigkeit werden die Genehmigungsverfahren (energierechtliche Planfeststellungsverfahren) für den Bau von Gashochdruckleitungen auf dem Festland und im Bereich des Küstenmeeres geführt.

Ebenso werden im Zuständigkeitsbereich des Bergamtes Stralsund die Genehmigungsverfahren für Transitrohrleitungen gemäß § 133 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BBergG im Bereich des deutschen Festlandsockels durchgeführt.

Das Bergamt Stralsund ist zuständige Behörde für die Ausführung der Verordnung über Gashochdruckleitungen (GasHDrLtgV) für Gashochdruckleitungen, die von einer Landstation über das Küstenmeer in Transitrohrleitungen übergehen, für Gashochdruckleitungen, die aus Transitrohrleitungen über das Küstenmeer zu einer Landstation führen und für Gashochdruckleitungen, bei denen Transitrohrleitungen das Küstenmeer queren. Gegenwärtig betrifft das die Ostsee-Pipeline (Nord Stream) und die Nord Stream 2-Pipeline im deutschen Zuständigkeitsbereich.

Europäische Gasanbindungsleitung (EUGAL)

EUGAL_Bau1_1600.JPGDetails anzeigen
EUGAL_Bau1_1600.JPG

Herstellung des Rohrgrabens

Herstellung des Rohrgrabens

EUGAL_Bau2_1600.JPGDetails anzeigen
EUGAL_Bau2_1600.JPG

Umfassende archäologische Untersuchungen vor der Pipelineverlegung

Umfassende archäologische Untersuchungen vor der Pipelineverlegung

Das am 25.10.2018 festgestellte Vorhaben 'Bau und Betrieb der Europäischen Gasanbindungsleitung (EUGAL)' im 2. Teilabschnitt Mecklenburg-Vorpommern führt von Lubmin über Radeland (Brandenburg) bis nach Deutschneudorf (Sachsen) auf die deutsch-tschechische Grenze. Die Trassenführung folgt in überwiegend enger Parallellage der in Betrieb befindlichen OPAL.

Ca. 102 km verlaufen durch Mecklenburg-Vorpommern. Diese Pipeline soll bei einem Leitungsdurchmesser von 1.420 mm große Teilmengen der aus der Nord-Stream 2-Pipeline in Lubmin anlandenden Gasmengen im Transit in das tschechische Ferngasnetz transportieren. Die Transportkapazität beträgt ca. 51,5 Mrd. m³/a. Das Projekt wird wesentlich von der GASCADE Gastransport GmbH, der Fluxys Deutschland GmbH, der Gasunie Deutschland Transport Services GmbH und der ONTRAS Gastransport GmbH betrieben.

Ferngasleitung 304 (FGL304)

Die am 11.07.2005 planfestgestellte 120 Kilometer lange Gasleitung FGL304 führt von Börnicke bei Berlin nach Schwennenz.

20 km verlaufen durch Mecklenburg-Vorpommern. Diese Pipeline soll bei einem Leitungsdurchmesser von 700 mm das deutsche und polnische Gasleitungsnetz miteinander verbinden. Von polnischer Seite wird die Umsetzung einer wirtschaftlich tragfähigen Lösung in Form einer ca. 150 km langen Verbindung zwischen dem Leitungssystem bei Börnicke und dem Leitungssystem bei Stettin angestrebt. Das Projekt wird von der IRB Deutschland GmbH & Co. KG und der Verbundnetz Gas AG betrieben. Bisher wurde mit dem eigentlichen Bau der Pipeline noch nicht begonnen.

Lubmin 2 (Erdgasempfangsstation)

Beginn der Bauarbeiten in Lubmin, Mai 2018Details anzeigen
Beginn der Bauarbeiten in Lubmin, Mai 2018

Baubeginn der Arbeiten in Lubmin für die zukünftigen Erdgasempfangsstation

Baubeginn der Arbeiten in Lubmin für die zukünftigen Erdgasempfangsstation

Baufortschritt der Arbeiten in Lubmin für die zukünftigen Erdgasempfangsstation, Nov. 2018Details anzeigen
Baufortschritt der Arbeiten in Lubmin für die zukünftigen Erdgasempfangsstation, Nov. 2018

Baufortschritt der Arbeiten in Lubmin für die zukünftigen Erdgasempfangsstation

Baufortschritt der Arbeiten in Lubmin für die zukünftigen Erdgasempfangsstation

Das am 24.05.2018 festgestellte Vorhaben 'Bau und Betrieb der Erdgasempfangsstation Lubmin 2 (EST Lubmin 2), der 350 m langen Anschlussleitung an die Nordeuropäische Erdgasleitung (AL NEL) mit einer Absperrstation (AS Lubmin-NEL) und des 200 m langen Abschnittes der Europäischen Gasanbindungsleitung (EUGAL) auf dem Gelände der Erdgasempfangsstation Lubmin 2' soll das aus der Nord Stream 2-Pipeline anlandende Erdgas übernehmen und in die NEL (Abtransport nach Westen) und die im Bau befindliche EUGAL (Abtransport nach Süden) einspeisen.

Das Projekt wird wesentlich von der GASCADE Gastransport GmbH, der Fluxys Deutschland GmbH, der Gasunie Deutschland Transport Services GmbH und der ONTRAS Gastransport GmbH betrieben.

Norddeutsche Anschlussleitung (NORDAL)

Die am 21.04.2004 planfestgestellte 210 Kilometer lange Gasleitung NORDAL führt von Lubmin bis Börnicke bei Berlin.

104 km verlaufen durch Mecklenburg-Vorpommern. Diese Pipeline sollte bei einem Leitungsdurchmesser von 800 mm ursprünglich nur das GuD-Kraftwerk, welches CONCORD POWER am Standort Lubmin plante, an das Gasleitungshochdrucknetz anbinden und mit Brennstoff versorgen. Die Pipeline hätte nach der zugelassenen Planänderung auf einen Leitungsdurchmesser von 1200 mm (Änderungsbeschluss vom 05.12.2006) auch in umgekehrter Richtung für den Abtransport von Teilmengen der aus der Ostsee-Pipeline in Lubmin anlandenden Gasmengen in das deutsche und europäische Ferngasnetz genutzt werden können.

Norddeutsche-Erdgas-Leitung (NEL)

Verschweißen der Rohre beim Verlegen der NELDetails anzeigen
Verschweißen der Rohre beim Verlegen der NEL

Verschweißen der Rohre beim Verlegen der NEL

Verschweißen der Rohre beim Verlegen der NEL

Bau einer Übergabestation nahe SülstorfDetails anzeigen
Bau einer Übergabestation nahe Sülstorf

Bau einer Übergabestation nahe Sülstorf

Bau einer Übergabestation nahe Sülstorf

Die am 07.02.2011 planfestgestellte über 440 Kilometer lange Gasleitung NEL (Norddeutsche-Erdgas-Leitung) führt von Lubmin über Hittbergen (Niedersachsen) bis nach Rehden.

237 km verlaufen durch Mecklenburg-Vorpommern. Diese Pipeline transportiert bei einem Leitungsdurchmesser von 1.420 mm Teilmengen der aus der Ostsee-Pipeline in Lubmin anlandenden Gasmengen im Transit in das deutsche Ferngasnetz und zu den großen Untergrundspeichern und soll nach Fertigstellung der Nord Stream 2-Pipeline und der Empfangsstation Lubmin 2 weitere Gasmengen aufnehmen. Die Transportkapazität beträgt ca. 25,5 Mrd. m³/a. Nach Einspeisung in das bestehende oder zu errichtende Gasleitungsnetz soll der Bedarf im deutschen und westeuropäischen Raum gedeckt werden. Das Projekt wird wesentlich von der W & G Beteiligungs-GmbH & Co. KG (vormals WINGAS GmbH & Co. KG), der E.ON Ruhrgas AG, der Ostseeanbindungsleitung GmbH und der Fluxys Deutschland GmbH betrieben. Die Bauarbeiten gingen in Mecklenburg-Vorpommern wie planfestgestellt und termingerecht voran. Nach Fertigstellung, Drucktest und intensiver Testphase wurde die Pipeline am 01.11.2012 kurz nach dem 2. Strang der Ostsee-Pipeline in Betrieb genommen. Die NEL Gastransport GmbH übernimmt für die NEL die Aufgaben des Netzbetreibers.

Nord Stream 2

Beginn der terrestrischen Bauarbeiten bei Lubmin, April 2018Details anzeigen
Beginn der terrestrischen Bauarbeiten bei Lubmin, April 2018

Beginn der terrestrischen Bauarbeiten bei Lubmin

Beginn der terrestrischen Bauarbeiten bei Lubmin

Beginn der Baggerarbeiten im Greifswalder Bodden, Mai 2018Details anzeigen
Beginn der Baggerarbeiten im Greifswalder Bodden, Mai 2018

Beginn der Baggerarbeiten im Greifswalder Bodden

Beginn der Baggerarbeiten im Greifswalder Bodden

Die am 31.01.2018 planfestgestellte über 1.225 Kilometer lange Gasleitung 'Nord Stream 2' soll von der Narva-Bucht (Russland) durch die AWZ’s bzw. Hoheitsgebiete von Finnland, Schweden und Dänemark nach Lubmin (Deutschland) führen.

84,5 km verlaufen durch die deutsche AWZ und das deutsche Küstenmeer. Für diese Gasleitung wurden am 02.11.2017 und 16.03.2018 weitere Genehmigungen gemäß § 133 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BBergG durch das Bergamt Stralsund und am 27.03.2018 gemäß § 133 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BBergG durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erteilt.

Der Leitungsdurchmesser beträgt 1.200 mm. Das Projekt wird von der Nord Stream 2 AG mit Sitz in Zug (Schweiz) betrieben. Auf dem russischen Festland setzt Gazprom vom Einspeisepunkt bei Bovanenkovskoye bis zum Einspeisepunkt in die Nord Stream 2-Pipeline bei Ust-Luga auf ca. 3.000 km die dafür notwendigen Infrastrukturmaßnahmen im russischen Gasnetz um. Von Lubmin aus ist geplant, die Gasleitung EUGAL in Richtung Süden und eine Anschlussleitung an die NEL in Richtung Westen zur Anbindung an das deutsche und europäische Netz zu verlegen.

Ostsee-Pipeline (Nord Stream)

Verlegearbeiten im Greifswalder BoddenDetails anzeigen
Verlegearbeiten im Greifswalder Bodden

Verlegearbeiten im Greifswalder Bodden,
Juli 2010

Verlegearbeiten im Greifswalder Bodden,
Juli 2010

Einbindearbeiten Pipeline 2, AnlandestationDetails anzeigen
Einbindearbeiten Pipeline 2, Anlandestation

Einbindearbeiten Pipeline 2, Anlandestation,
August 2012

Einbindearbeiten Pipeline 2, Anlandestation,
August 2012

Die am 21.12.2009 planfestgestellte über 1.224 Kilometer lange Gasleitung Ostsee-Pipeline führt von Vyborg (Russland) durch die AWZ’s von Finnland, Schweden und Dänemark nach Lubmin (Deutschland).

80 km verlaufen durch die deutsche AWZ und das deutsche Küstenmeer. Für diese Gasleitung wurde am 21.12.2009 eine weitere Genehmigung gemäß § 133 Abs. 1 Nr. 1 BBergG durch das Bergamt Stralsund und am 28.12.2009 gemäß § 133 Abs. 1 Nr. 2 BBergG durch das BSH Hamburg erteilt.

Der Leitungsdurchmesser beträgt 1200 mm. Das Projekt wird von der Nord Stream AG mit Sitz in Zug (Schweiz) betrieben. Auf dem russischen Festland hat Gazprom eine 917 Kilometer lange Leitung gebaut, um die Ostsee-Pipeline mit dem russischen Gasnetz zu verbinden. Von Lubmin aus wurden die Gasleitung OPAL in Richtung Süden und die Gasleitung NEL in Richtung Westen mit einer Gesamtlänge von 850 Kilometern zur Anbindung an das deutsche und europäische Netz verlegt. Nach der intensiven Testphase (Beginn September 2011) wurde die Pipeline mit dem ersten Strang fertiggestellt und ging mit einer Transportkapazität von 27,5 Mrd. m³/a Erdgas am 08.11.2011 in Betrieb. In einer zweiten Projektphase wird die Transportkapazität durch den parallel laufenden Leitungsstrang auf rund 55 Mrd. m³/a verdoppelt. Dieser zweite Leitungsstrang ist am 08.10.2012 offiziell in Betrieb genommen worden.

Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL)

Einbringen der vorgefertigten Rohrleitung in den RohrgrabenDetails anzeigen
Einbringen der vorgefertigten Rohrleitung in den Rohrgraben

Einbringen der vorgefertigten Rohrleitung in den Rohrgraben

Einbringen der vorgefertigten Rohrleitung in den Rohrgraben

Ein "kleines" Problem bei den Verlegearbeiten ... (großer Findling im Rohrgraben)Details anzeigen
Ein "kleines" Problem bei den Verlegearbeiten ... (großer Findling im Rohrgraben)

Ein "kleines" Problem bei den Verlegearbeiten ...

Ein "kleines" Problem bei den Verlegearbeiten ...

Die am 06.08.2009 planfestgestellte über 470 Kilometer lange Gasleitung OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung) führt von Lubmin über Baruth/Mark (Brandenburg) bis nach Olbernhau (Sachsen) auf die deutsch-tschechische Grenze.

103 km verlaufen durch Mecklenburg-Vorpommern. Diese Pipeline soll bei einem Leitungsdurchmesser von 1.420 mm große Teilmengen der aus der Ostsee-Pipeline in Lubmin anlandenden Gasmengen im Transit in das tschechische Ferngasnetz transportieren. Die Transportkapazität beträgt ca. 36 Mrd. m³/a. Das Projekt wird wesentlich von der W & G Beteiligungs-GmbH & Co. KG (vormals WINGAS GmbH & Co. KG) betrieben. Nach 22 Monaten Bauzeit ist die größte Erdgasleitung Westeuropas am 13.07.2011 mit der letzten Schweißnaht fertig gestellt worden. Die OPAL-Leitung war in den Monaten der Bauzeit Deutschlands längste Baustelle. Nach der intensiven Testphase (Beginn Juli 2011) wurde die Pipeline am 08.11.2011 zusammen mit dem 1. Strang der Ostsee-Pipeline in Betrieb genommen. Die OPAL Gastransport GmbH übernimmt für die OPAL die Aufgaben des Netzbetreibers.

Kontakt

Sachgebietsleiter Planfeststellung
Rocco Müller
Raum: A312
Telefon: 03831-612131
Telefax: 03831-612112; 03831-612116