Altbergbau

Als Altbergbau bezeichnet werden sämtliche über- und untertägigen bergbaulichen Aktivitäten der Vergangenheit, die mit der Aufsuchung und Gewinnung von Bodenschätzen einhergingen (Tiefbau, Tagebau, Bohrlöcher, Halden, Restlöcher) und nicht mehr der Bergaufsicht gemäß BBergG unterliegen. Vom alten Bergbau können Gefährdungen für die Tagesoberfläche in Form von Tagesbrüchen, Schachtverbrüchen, Setzungen/Senkungen oder Rutschungen ausgehen.

Braunkohle

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Historische Ansicht Friedrich-Franz-Zeche

Historische Ansicht Friedrich-Franz-Zeche

Historische Ansicht Friedrich-Franz-Zeche

Eine Gewinnung von Braunkohle erfolgte in den Jahren 1817 bis 1960 (mit Unterbrechungen) im sogenannten Mineraldistrikt von Südwest-Mecklenburg auf dem Wanzeberg nahe der Ortschaften Malliß und Conow.

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Geologische Schichten in Malliß

Geologische Schichten in Malliß

Geologische Schichten in Malliß

Das Braunkohlen-Altbergbaugebiet Malliß/Conow befindet sich im Südwesten des Landkreises Ludwigslust im sog. Mineraldistrikt SW-Mecklenburg, wo seit dem Mittelalter zunächst Sole, später Glassande, Tone zur Alaungewinnung, Braunkohle, Gips sowie Kali- und Steinsalze gewonnen wurden.

Die Braunkohlenlagerstätte Malliß/Conow entstand im Randbereich des seit der Unterkreide aufsteigenden Salzstockes Conow, der die mesozoischen Schichten durchbrach und die tertiären und quartären Sedimente aufwölbte. Eine dieser tertiären Schichten ist die Braunkohle mit drei Flözen in unterschiedlicher Qualität und Mächtigkeit (Mallißer Braunkohlenformation, Miozän).
Die mittleren Abbaumächtigkeiten der zwei bauwürdigen Braunkohlenflöze (Ober- und Unterflöz) betrugen etwa 2 m. Durch den Aufstieg des Salzstockes entstand als Erhöhung der Wanzeberg, der sich ca. 30-40 m vom umliegenden Gelände abhebt.

Die Kenntnis, der bei Bockup im 16. und 17. Jahrhundert abgebauten Alauntone veranlaßte 1790 Herzog Friedrich Franz von Mecklenburg, Sucharbeiten nach Kohle auf dem Wanzeberg durchführen zu lassen. Nachdem 1817 das Gebiet zwischen Bockup und Malliß planmäßig abgebohrt war, begannen erste bergbauliche Arbeiten mit dem Abbau des Oberflözes im Friedrich-Franz-Feld. Infolge des geringen Absatzes der Kohle wurden die Gewinnungsarbeiten 1838 eingestellt.
1856 erwarb eine Aktiengesellschaft, der Mecklenburgische Bergbau-Verein, die Friedrich-Franz-Zeche und die Förderung wurde wieder aufgenommen. Der Abbau des Oberflözes wurde 1880 aufgrund der immer schwieriger werdenden Wasserhaltung eingestellt.

Mit dem Aufkommen von Fabriken im Mallißer Gebiet (u. a. die Mallißer Ziegelei) stieg die Nachfrage nach preiswerter Kohle. Zur Steigerung der Braunkohlenförderung wurde ab dem Jahre 1875 der Abbau des Unterflözes im Marienstollen-Feld und ab 1880 im Conow-Feld vorangebracht.
Vom Südhang des Wanzeberges trieb man den Marienstollen in den Berg, welcher der Förderung und Wasserhaltung diente. Der Abtransport der Kohle erfolgte u. a. auf Lastkähnen, die über einen eigens angelegten Stichkanal zum Eldekanal Anschluss an das Wasserstraßennetz hatten.

Durch die Konkurrenz der mitteldeutschen Braunkohlenbetriebe kam der Abbau im Mallißer Revier 1908 erneut zum Erliegen. Die Förderung von 1922 bis 1926 im Conow-Feld (Unterflöz) diente der Conower Kaligewerkschaft zur Eigenversorgung mit Braunkohle. Die Brennstoffknappheit nach dem 2. Weltkrieg war der Anlass, die Gewinnungsarbeiten wieder aufzunehmen. Die Förderung begann 1947 mit dem Abbau von Restpfeilern im Bereich des Conow-Stollens I. Mit dem Abteufen des Malliß-Schachtes im Jahre 1948 begann die Erschließung der restlichen Feldesteile im Malliß-Feld. Mit der Ausrichtung der tonnlägigen Schächte Conow IV, V und VI verlagerten sich die Gewinnungsarbeiten auf das Hauptfeld Conow im nordwestlichen Bereich der Lagerstätte.
Dem Flözeinfallen folgend, erreichte man Abbauteufen von 50 m unter Flur bis zur westlichen Begrenzung der Lagerstätte an einer Störungszone. Die Gesamtauffahrungen des Mallißer Braunkohlentiefbaues erstrecken sich auf eine Fläche von ca. 120 ha.

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Grafik Abbaufelder im Mallißer Braunkohlenrevier
Bötefür 1996
Vortrag zum 5. Altbergbau-Kolloquium
Ergebnisse der Gefährdungsanalyse und der Verwahrungsarbeiten ehem. Braunkohlentiefbau in Malliß / Conow
Tagesbrüche beim Marienstollen Details anzeigen

Tagesbrüche beim Marienstollen

Tagesbrüche beim Marienstollen

Tagesbrüche beim Marienstollen

Für die Bewertung des Gefährdungspotentials des ehemaligen Braunkohlentiefbaus auf dem Wanzeberg wurde im Auftrag des Bergamtes Stralsund in den Jahren 2002/2003 eine komplexe Bearbeitung der ehemaligen Braunkohlengruben und Baufelder vorgenommen.
Der Schwerpunkt der Untersuchungen bestand in der digitalen Neu-Bearbeitung der vorhandenen Altbergbau – Risswerke nach einheitlichen Kriterien für alle risskundlichen Abbauzeiten und das gesamte Bergbaurevier i.V.m. der Überarbeitung der Bergschadenkundlichen Analyse (BSA) für das Braunkohlenrevier Malliß aus dem Jahr 1985, wobei erstmals alle verfügbaren Kartengrundlagen genutzt wurden.

Grundlage für die digitale Neu-Bearbeitung war das im Auftrag des Bergamtes Stralsund von Herrn Markscheider Ketzel und nachfolgend von Frau Markscheider Meer erstellte Risswerk, welches auf dem amtlichen Grubenbild der Braunkohlengrube Malliß fußt. Durch Messungen der Tagesoberfläche in den Jahren 1996 und 2000 konnte erstmals das Tagesbruchgeschehen in Bezug zu den untertägigen Auffahrungen gebracht werden. Auf der Grundlage dieser Messungen hat das Bergamt Stralsund im Jahr 2001 die Grenzen des bergschadengefährdeten Gebietes neu festgelegt und zudem ein akut bruchgefährdetes Gebiet ausgewiesen (Bereiche erfasster Tagesbrüche). Markante Bruchtrichter und Einsenkungen sind besonders über den oberflächennahen Auffahrungen erkennbar (s. Abb.).

Die Orientierung der Baufelder der älteren Auffahrungen wurde auf der Grundlage der Vermessung und der Lageerkundung von ausgewählten Schächten vorgenommen. Die Darstellung der Ergebnisse erfolgte auf insgesamt 10 bergschadenkundlichen Rissen mit einem Sonderblattschnitt im Maßstab 1 : 1000.

Mit den Untersuchungsergebnissen war eine Einstufung der ermittelten Gefährdungsbereiche in entsprechende Gefährdungskategorien möglich:

  • GK 1- höchste Priorität mit akutem Handlungsbedarf,
  • GK 2a – Erkundungs- und Sanierungsbedarf - kurzfristig,
  • GK 2b – Erkundungs-/Kontrollbedarf - mittelfristig,
  • GK 3 – ohne derzeitigen Sanierungsbedarf).

Entsprechend des Gefährdungspotentials wurden Vorschläge zur Sicherung bzw. Erkundung und Sanierung der ausgewiesenen Gefährdungsbereiche (Schächte, Mundlöcher, Tagesbrüche,Überhauen und allgemeine Gefährdungsbereiche – Streckenhohlräume) unterbreitet. In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass in diesem Bergbaurevier bisher Verwahrungsarbeiten nur für Schächte und Mundlöcher im Rahmen der jeweiligen Betriebseinstellungen vorgenommen wurden.

Auf der Grundlage der erarbeiteten BSA wurden in den Jahren 2003/2004 Sanierungsmaßnahmen in den ausgewiesenen sensiblen Gefährdungsbereichen realisiert. Einen Schwerpunkt stellten die Gefährdungsbereiche dar, in denen eine Tagesbruchgefährdung durch offene Streckenhohlräume erfahrungsgemäß anzunehmen war.
Die Erkundungs- und Sanierungsmaßnahmen konzentrierten sich vorwiegend auf Bereiche mit Einzelstreckenauffahrungen außerhalb der Bruchbaufelder, auf Randbereiche der Baufelder sowie auf Strecken in Schachtnahbereichen, insbesondere auf die Auffahrungsbereiche mit sensibler Nutzung der Tagesoberfläche (z.B. Nahbereich der Bundesstraße B 191, Hauptfahrwege der Forst), da hier das höchste Gefährdungspotential durch mögliche Tagesbrüche und Senkungen zu verzeichnen war. Zudem sind die letzten 3 Schächte der insgesamt 72 bekannten Tagesöffnungen (64 Schächte, 8 Mundlöcher) verfüllt worden.

Die gefallenen Tagesbrüche auf Streckenauffahrungen (Nähe Probst Wooser Weg und besonders im Bereich Conow VI – sog. „Monsterloch“) zeigten zum einen den von vielen nach wie vor unterschätzten instabilen Zustand im Bereich der ausgewiesenen Gefährdungsbereiche und bekräftigten die Notwendigkeit des angewendeten Lösungsweges sowie der eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen im Bergbaurevier von Malliß/Conow.

Quellen

BÖTEFÜR 2000
Bötefür, H.J., Braunkohlengewinnung in Malliß (Mecklenburg) zwischen 1945 und
1960, Der Anschnitt 52 (2000) Heft 4, S. 150 - 159

BSA 1985
Bergschadenkundliche Analyse des Braunkohlenbergbaues Malliß, Rößler, Schwerin
1985, unveröffentl.

BSA 2002
Bergschadenkundliche Gefährdungsananalyse für den Braunkohlentiefbau Malliß/Conow Altbergbau) in Mecklenburg–Vorpommern, DMT-Leipzig Zweigniederlassung der Deutsche Montan Technologie GmbH, Geschwister-Scholl-Straße 21, D-04205 Leipzig, vormals: DMT-Gesellschaft für Geotechnik und Umweltschutz mbH – Baugrundinstitut (DMT-GU GmbH)

JANY 2003
Jany, S., Airborne-LaserScanner-Aufnahme des Altbergbaureviers Malliß/Conow,
Milan Flug GmbH, Spremberg 2003, unveröffentl.

Unterlagen zum Altbergbauobjekt Malliß (Risse, Karten, Pläne, Schrifttum)
Bergamt Stralsund, Frankendamm 17, D-18439 Stralsund

ZÜHR 2004
Zühr, D., 3D-Visualisierung des bergmännischen Risswerkes und der geologischhydrogeologischen
Verhältnisse des Altbergbaureviers Malliß/Conow, Diplomarbeit
Fachhochschule Neubrandenburg – Geoinformatik 2004, unveröffentl.

Eingang zum Marienstollen nach der Sanierung <p>© Bergamt Stralsund</p> Details anzeigen

Eingang zum Marien­stollen nach der Sanierung

Eingang zum Marienstollen nach der Sanierung <p>© Bergamt Stralsund</p>

Eingang zum Marien­stollen nach der Sanierung

Der Stollen wurde im Jahr 1875 zum Aufschluss des sog. Marienstollenfeldes im ehemaligen Braunkohlentiefbaurevier Malliß/Conow aufgefahren. Er diente sowohl der Braunkohlenförderung als auch der Wasserhaltung.
Die Kohle deckte den Feuerungsbedarf der Ziegelei Malliß und der am Elde-Kanal gelegenen Dampfsägerei. Zudem wurde die Kohle auf dem Wasserweg über den eigens dafür angelegten Stichkanal vom Marienstollen zum Elde-Kanal und weiter über die Elde aufwärts bis nach Malchow und abwärts nach an der Elbe gelegenen Orten für Industrie- und Hausbrandzwecke verfrachtet.

Das Stollenmundloch war völlig verschüttet und wurde 1996 als Gefahrenquelle im Rahmen von Sicherungs- und Sanierungsarbeiten freigelegt. Bei der Freilegung wurden als Rarität die ehemalige Betstube der Bergleute hinter der Vermauerung und wertvolle Beigaben gesichert. Diese befinden sich jetzt im Regionalmuseum Neu Kalliß.
Das Stollenmundloch wurde mit Unterstützung des Amtes Malliß, in dem ABM-Kräfte die komplette Rekonstruktion des Mundloches durchführten, durch Mittelbereitstellung des Bergamtes sowie durch private Sponsorengelder in dem derzeitig zu besichtigenden Zustand wieder hergestellt. Herr Bötefür, ehemaliger Leiter des Regionalmuseums, hat dabei ehrenamtlich die Rekonstruktion geleitet.

Zur geschichtlichen Betrachtung des Braunkohlenbergbaus in der Region wird die Lektüre „Ich fahr´ in tiefe Schächte ein“ von Hans Joachim Bötefür (Herausgeber: Gemeinde Malliß, 1996) empfohlen.

Kali- und Steinsalz

Im Raum Südwest-Mecklenburg (heutiger Landkreis Ludwigslust-Parchim) wurde an drei Standorten Bergbau auf Kali und Steinsalz betrieben. Die Bergwerke Lübtheen, Jessenitz und Conow wurden jeweils durch einen Tagesschacht (Einzelschachtanlagen) aufgeschlossen. Der Bergbau auf Kali- und Steinsalz dauerte von 1895 bis 1926.

Schachterkundung 2006 in Conow <p>© Bergamt Stralsund</p> Details anzeigen

Schachterkundung 2006 in Conow

Schachterkundung 2006 in Conow <p>© Bergamt Stralsund</p>

Schachterkundung 2006 in Conow

Schacht: Conow

Teufzeit: 1912-1914 (720 m)

Förderung: 1914-1926 (geflutet)

Grubengebäude: 320.000 m2

Verwahrung: Planmäßige Flutung vom 07.08.1926 bis 05.05.1927;

vom 04.09.1996 bis 15.11.1996 Setzen einer Stahlbetonplombe von 54,5 m bis über Tage; von 54,5 m bis Endteufe laugenerfüllt

Ohne große Schwierigkeiten erfolgte das Schachtteufen nahe der Ortschaft Conow auf dem gleichnamigen Salzstock. Die bergmännischen Arbeiten verliefen normal. Bedingt durch die Weltwirtschaftskrise wurde das Bergwerk im Jahr 1926 stillgelegt und mit Salzwasser geflutet.

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Conow - Profil durch Salzstock und Blindschacht II
 
Conow - Schachtverwahrung
 
Historisches Bild von der Fabrik Jessenitz Details anzeigen

Historisches Bild von der Fabrik Jessenitz

Historisches Bild von der Fabrik Jessenitz

Historisches Bild von der Fabrik Jessenitz

Schacht: Herzog-Regent

Teufzeit: 10.06.1886-10.05.1901 (620 m)

Förderung: 1900-1912 (ersoffen)

Grubengebäude: 840.000 m2

Verwahrung: 1916 erfolgte eine Teilverfüllung von 620 m bis 215,5 m vom 10.01.2000 bis 20.04.2000 Verfüllung bis über Tage mit Dammbaustoff und Zementbrücken

Der Schacht wurde unter großen Schwierigkeiten über einen Zeitraum von fast 15 Jahren abgeteuft. Zum Durchteufen der wasserreichen Deckschichten wurde erstmalig bei einem Kalischacht die Gefriermethode von POETSCH angewendet. Die Lagerstätte wurde mit Etagensohlen, beginnend bei Teufe 400 m erschlossen. Die 700 m- und 800 m-Sohle wurde von dem südlich des Schachtes stehenden Gesenk und zwei nördlich des Schachtes befindlichen Blindschächten erschlossen. Die an das Kaliwerk angeschlossene Fabrik verarbeitete täglich 500 t bis 700 t Rohsalz. Durch einen katastrophalen Wassereinbruch ersoff das Bergwerk am 24.06.1912.

Historische Ansicht des Kaliwerks Friedrich-Franz Lübtheen Details anzeigen

Historische Ansicht des Kaliwerks Friedrich-Franz Lübtheen

Historische Ansicht des Kaliwerks Friedrich-Franz Lübtheen

Historische Ansicht des Kaliwerks Friedrich-Franz Lübtheen

Schacht: Friedrich-Franz

Teufzeit: 1895-1905 (452 m)

Tieferteufen: 1907 (518 m) und 1911-1913 (618 m)

Förderung: 11.12.1905-08.12.1916 (ersoffen)

Grubengebäude: 320.000 m2

Verwahrung: 1980 erfolgte eine Teilverfüllung von 430 m bis über Tage

Profil des Salzstocks Lübtheen Details anzeigen

Profil des Salzstocks Lübtheen

Profil des Salzstocks Lübtheen

Profil des Salzstocks Lübtheen

Mit dem Abteufen wurde am 23.12.1895 auf der ca. 15 m unter Gelände befindlichen Sohle des Gipsbruches begonnen. Die Förderung der Kalisalze begann am 11.12.1905 und endete infolge des Absaufens des Grubengebäudes am 08.12.1916. Um ein vollständiges Absaufen des Grubengebäudes zu verhindern, wurde am 14.10.1916 eine Betonabdichtung im Schacht vorgenommen (Teufe 384 – 410 m). Alle Versuche, die Laugenzuflüsse zu unterbinden, schlugen fehl. In der Nacht vom 08. zum 09.12.1916 wurde ein Gebirgsschlag registriert, der das Ende der Bergbautätigkeit am Standort Lübtheen bedeutete. Neben Bodenbewegungen wurde auch das Absinken des Grundwassers bis 2 m beobachtet. Im Schachtbereich traten Bodenbewegungen hauptsächlich über dem ehemaligen Gipsbruch und an dessen Rändern auf (Erdfälle/Tagesbrüche bis 2 m Tiefe). Am Zechenhaus, an der Mühle, am Fördermaschinen- und am Kesselhaus wurden Gebäudeschäden registriert. Der Schacht wurde vom 04.09.1980 bis 20.11.1980 verwahrt. Auf den o.g. Betonverschluss im Schacht wurden Zementsperren und Braunkohlenfilteraschensuspensionen eingebracht. Den Übertageabschluss bildet eine 1,5 m dicke Zementsperre.

Altbergbauzuständigkeitsverordnung

Auf Grundlage des § 4 Abs. 2 Satz 2 des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes – SOG M-V in der Fassung der Bekanntmachung vom 09.05.2011 (GVOBl. M-V S. 246) wurde mit der Altbergbauezuständigkeitsverordnung vom 27.02.1998 (GVOBl. M-V S. 378), geändert durch Verordnung vom 14.06.2011 (GVOBl. M-V S. 439), die Abwehr von Gefahren aus früherer bergbaulicher Tätigkeit in Bereichen stillgelegter bergbaulicher Anlagen, die nicht mehr der Bergaufsicht unterliegen, auf das Bergamt Stralsund übertragen.

Im Rahmen der Altbergbauezuständigkeitsverordnung wurden durch das Bergamt Stralsund in den letzten Jahren mehrere Bergsicherungs- und Verwahrungsarbeiten veranlasst:

  • Verwahrung des Kalischachtes Conow zur Sicherung der Tagesoberfläche vor Gefahren aus dem Verbruch der Schachtröhre mit Ausbildung eines Einsturztrichters zur Sicherung eines Produktionsstandortes auf dem Gelände des ehemaligen Kaliwerkes (September-November 1996)
  • Restaurierung der Stollenmundlöcher "Conow I" (1998) und Unterstützung bei der Restaurierung des "Marienstollens" (1997/1998) im ehemaligen Braunkohlentiefbaurevier Malliß/Conow
  • Verwahrung des Kalischachtes "Herzog Regent" in Jessenitz bei Lübtheen durch Vollverfüllung mit kohäsivem Material (2000)
  • Verfüllung auflässiger Strecken mittels Bohr- und Versatzarbeiten im Revier Malliß/Conow (2003/2004) auf der Grundlage einer bergschadenkundlichen Gefährdungsanalyse (2002)
  • Erkundung des Zustandes der Schachtanlage "Friedrich Franz" in Lübtheen (2007/2008 – laufendes Projekt)