Steine-Erden-Bergbau

Das Land Mecklenburg-Vorpommern verfügt aufgrund der geologischen Gegebenheiten über Lagerstätten mit den oberflächennahen Bodenschätzen Kiese und Sande, Quarzsand, Kreide/Kalk, Spezial- und Ziegelton sowie Torf.

Diese Bodenschätze werden in Tagebauen und Ostseelagerstätten gewonnen; die Steine- und Erdenrohstoffe finden insbesondere in der Bau- und Baustoffindustrie, aber auch als Grundstoff in anderen Industriezweigen sowie zur Rauchgasentschwefelung Verwendung. Auch werden marine Sande in hohem Maße für Zwecke des Küstenschutzes genutzt.

Das Dezernat Steine- und Erden-Bergbau des Bergamtes Stralsund übt die Aufsicht gemäß § 69 Bundesberggesetz über den Steine- und Erden-Bergbau im Land Mecklenburg-Vorpommern aus. Das Dezernat berät zudem Unternehmen auf der Grundlage des BBergG beim ressourcenschonenden Umgang mit den Lagerstätten des Landes, erteilt die Genehmigungen zum Abbau derselbigen und überwacht alle bergbaulichen Arbeiten.

Aufgaben des Dezernates

  • Durchführung von bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren einschließlich Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung,
  • Entscheidung über die Zulassung von Rahmen-, Haupt-, Sonder- und Abschlussbetriebsplänen,
  • Wahrnehmung der Bergaufsicht vor Ort in den Betrieben, die dem Bundesberggesetz (BBergG) unterliegen,
  • Umsetzung der einschlägigen Bergverordnungen,
  • Entscheidung über Anordnungen nach BBergG,
  • Untersuchung von Unfällen und Betriebsereignissen,
  • Entscheidungen über die Genehmigung nach weiteren in die Zuständigkeit des Bergamtes fallenden Rechtsvorschriften, wie Immissionsschutz, technischer und sozialer Arbeitsschutz, Sprengstoffrecht, Gefahrstoffrecht, Chemikalienrecht, usw.,
  • Überwachung der Einhaltung der sonstigen in die Zuständigkeit des Bergamtes fallenden ge-setzlichen Bestimmungen in den Betrieben des Aufsichtsbereiches,
  • Entscheidung über die Erteilung wasserrechtlicher Erlaubnisse für Gewässerbenutzungen sowie Registrierung und Beantwortung von Anzeigen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in Betrieben, die dem BBergG unterliegen,
  • Entscheidung über die Erteilung naturschutzrechtlicher Eingriffsgenehmigungen,
  • Beratung von Industrieverbänden, der Wirtschaft und Privatpersonen zu Fragen des Bergrechtes,
  • Teilnahme an fachspezifischen Arbeitskreisen

Kiese und Sande

Rohstoffgewinnung mittels Radladertechnik <p>© Bergamt Stralsund</p> Details anzeigen

Rohstoffgewinnung mittels Radladertechnik

Rohstoffgewinnung mittels Radladertechnik <p>© Bergamt Stralsund</p>

Rohstoffgewinnung mittels Radladertechnik

Der Begriff Kies, abgeleitet vom mittelhochdeutschen kis = grobkörniger steiniger Sand, bezeichnet ein in Mecklenburg-Vorpommern weitverbreitetes Sediment. Nach der letzten Eiszeit entstanden die Lagerstätten beim Zurückweichen des Eises. Größere Steine werden Gerölle oder Geschiebe genannt (unrunde oder scharfkantige Formen heißen hingegen Schutt). Da Kies im Gegensatz zum Humus keine für Pflanzen nahrhaften Stoffe enthält und Wasser durch ihn hindurch gut abläuft, wird er nur spärlich bewachsen.

Aufgrund der letzten Eigenschaft wird Kies häufig für die Drainage von feuchtem Untergrund verwendet. Die wichtigste wirtschaftliche Nutzung von Kies ist aber die in der Bauwirtschaft, zum Beispiel als Füllmaterial für Dämme, auf denen Eisenbahnen oder Straßen verlaufen, oder als Rohstoff für die Herstellung von Beton.

Kies wird in Geologie und Geotechnik nach Größenklassen bzw. Korngrößen unterschieden und vor Verwendung im Bauwesen meist auch danach sortiert. Sand ist durch die physikalische und chemische Verwitterung anderer Gesteine entstanden. Ursprüngliches Ausgangsmaterial waren magmatische und metamorphe Gesteine, aus denen typischerweise die Kristalle der mineralischen Bestandteile herausgelöst wurden. Durch die Schwerkraft, durch Wind und Wasser wurden die Körner insbesondere während der letzten Eiszeit transportiert und dabei sowohl durchmischt als auch sortiert.

Im durchmischten Zustand spricht man von Kiessanden. Diese Bodenschätze bilden den Hauptteil der in Mecklenburg-Vorpommern geförderten Rohstoffe. Die Lagerstätten sind ortsgebunden. Die Förderung von Kies-, Spezial- und Quarzsanden als wichtigsten Massenrohstoff erfolgt im oberirdischen Tagebaubetrieb; eine Gewinnung in / an Flussbereichen wird nicht praktiziert.

Die gewonnenen Rohstoffe werden größtenteils in der Bauwirtschaft des Landes verarbeitet. Die in den westlichen Landkreisen gewonnenen Bodenschätze werden teilweise auch in den Großraum Hamburg geliefert.

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Kreide und Kalk

Kreidegewinnung im Tagebau Promoisel <p>© Kreidewerk Rügen GmbH</p> Details anzeigen

Kreidegewinnung im Tagebau Promoisel

Kreidegewinnung im Tagebau Promoisel <p>© Kreidewerk Rügen GmbH</p>

Kreidegewinnung im Tagebau Promoisel

Kreide ist ein Sedimentgestein, es handelt sich dabei um eine weichere, weniger verfestigte Form von weißem oder hellgrauem Kalk. Chemisch besteht Kreide aus Calciumcarbonat. Das natürliche Weißpigment wird durch Mahlen des Sedimentgesteins gewonnen und wird je nach Herkunft unterschiedlich benannt (in Mecklenburg-Vorpommern: Rügener Kreide).

Kreide wird ausschließlich auf der Insel Rügen im Tagebau mittels Löffelbagger und mobilen Bandwagen gewonnen. Die Verarbeitung erfolgt im Kreidewerk Klementelvitz bei Sagard. Die Kapazität des Werkes liegt bei ca. 400.000 t Trockenproduktion im Jahr. Ein großer Anteil der Kreide wird im Kraftwerk Jänschwalde zur Rauchgasentschwefelung eingesetzt.

Die Förderung im Tagebau Wittenfelde ist eingestellt worden. Das Restloch soll aufgrund der dort vorkommenden seltenen Pflanzen und Tiere in den angrenzenden Nationalpark eingegliedert werden. Für den Aufschluss der Kreide am Standort Goldberg/Lancken-Dubnitz ist ein bergrechtliches Planfeststellungsverfahren durchgeführt worden.

Die Kalklagerstätte Löcknitz im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist unverritzt.

Ton

Tontagebau Malliß (Landkreis Ludwigslust-Parchim) <p>© Bergamt Stralsund</p> Details anzeigen

Tontagebau Malliß (Landkreis Ludwigslust-Parchim)

Tontagebau Malliß (Landkreis Ludwigslust-Parchim) <p>© Bergamt Stralsund</p>

Tontagebau Malliß (Landkreis Ludwigslust-Parchim)

Tontagebau Friedland (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) <p>© Bergamt Stralsund</p> Details anzeigen

Tontagebau Friedland (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)

Tontagebau Friedland (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) <p>© Bergamt Stralsund</p>

Tontagebau Friedland (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)

Als Tonminerale bezeichnet man wasser- und hydroxidhaltige Aluminosilikate mit geringen Mengen an Magnesium, Eisen, Natrium, Kalium und Calcium. Sie kommen als feinkörnige Minerale in der Tonfraktion (Korngröße < 2 µm) vor. Der überwiegende Teil der Tonminerale gehört zur Mineralklasse der Silikate und der Gruppe der Schichtsilikate.

Tonminerale entstehen an der Erdoberfläche durch Verwitterung von Silikatmineralen. Sie bilden sich aber auch während der Diagenese, der Umwandlung eines Locker- in ein Festgestein, wo das Auftreten bestimmter Tonminerale als Anzeiger für den Diagenesefortschritt verwendet werden kann.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt über umfangreiche Spezial- und Ziegeltonlagerstätten. Die Palette der aus Ton herstellbaren Produkte reicht von Baustoffen wie Ziegel oder Klinker, über Zuschläge wie Tonmehl bis hin zu Haushaltswaren wie Pflanzsubstraten oder Katzenstreu.

Torf

Torfgewinnung in Göldenitz <p>© Rostocker Humus & Erden GmbH</p> Details anzeigen

Torfgewinnung in Göldenitz

Torfgewinnung in Göldenitz <p>© Rostocker Humus & Erden GmbH</p>

Torfgewinnung in Göldenitz

Torf ist ein organisches Sediment, das in Mooren entsteht. Er bildet sich aus der Ansammlung nicht oder nur unvollständig zersetzter pflanzlicher Substanz und stellt die erste Stufe der Inkohlung dar. Torf besitzt eine große wirtschaftliche Bedeutung und wird an zahlreichen Stellen abgebaut. Ab einem Gehalt an organischer Substanz von 30% (Rest: Wasser und Mineralien) spricht man von Torf; Gehalte unter 30% bezeichnet man als Feuchthumus oder veraltet als Moorerde.

Man unterscheidet Niedermoortorf, der sich in Niedermooren bildet, von Hochmoortorf, der ausschließlich in Hochmooren gebildet wird.

Zu den Niedermooren, diesen sehr nährstoffreichen Standorten, zählen die meisten der heute noch wachsenden Moore in Mitteleuropa. Die sehr nährstoffreichen Bedingungen, deshalb auch als Reichmoor bezeichnet, resultieren meistens aus zeitweiliger Überstauung mit Fremdwasser und phasenweiser Austrocknung.

Das Wachstum wird hauptsächlich durch das hohe Stickstoffangebot bestimmt, die pH-Verhältnisse werden hier fast bedeutungslos und können zwischen 3,2 - 7,5 liegen.

Nährstoffreiche Moore sind immer mineralbodenwasserernährt, hauptsächlich Versumpfungs-, Quell- und Überflutungsmoore der Flussniederungen (Auenüberflutungsmoore) sowie der Küstengebiete. Niedermoore entwickeln sich bei geeigneten Bedingungen über Zwischenmoorstadien weiter zu Hochmooren. Die Vegetation besteht aus meist dichten und hochwüchsigen Vegetationsbeständen, die lichtliebende Moose weitgehend verdrängen. Die wichtigsten Vegetationseinheiten sind Erlenbruchwälder, Röhrichte und Großseggenriede.

Hochmoore (auch Arm- oder Regenmoor) sind ausschließlich regenwasserernährt und damit sauer und sehr nährstoffarm. Sie verfügen über nur geringe Gehalte an Stickstoff und anderen Nährstoffen und zeichnen sich durch hohe Kohlenstoffgehalte im Torf aus. Die pH-Werte liegen zwischen 3 - 4,8. Die typische Pflanzenwelt besteht aus fast geschlossenen Torfmoosrasen. Hochmoore entwickeln sich häufig auf Niedermooren, aber auch ohne vorherige Niedermoorbildung direkt auf mineralischem Untergrund (wurzelechte Hochmoore). Die extreme Nährstoffarmut, der niedrige pH-Wert und die permanente Wassersättigung der Hochmoorlebensräume bedingen eine hoch-spezialisierte einzigartige Tier- und Pflanzenwelt mit einer Vielzahl gefährdeter Arten.

Die Gewinnung von Torf wird in acht Tagebauen in den Landkreisen Rostock, Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Rügen und Nordwestmecklenburg betrieben. Die Nutzung erfolgt für balneologische und gärtnerische Zwecke.

Statistiken

Die 179 Steine- und Erdenbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern leisten einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Versorgung des Marktes mit hochwertigen, preisgünstigen Rohstoffen. Die Rohstoffgewinnung hat sich nach Förderspitzen Anfang der 1990er Jahre auf einem Niveau von ca. 16 Mio t stabilisiert. Nachfolgende Grafiken geben einen statistischen Überblick über die Rohstoffgewinnung in Mecklenburg-Vorpommern.

Die statistischen Daten als Grafiken

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Hinweisblatt für Fachexkursionen in Tagebauen
 
Neu eröffnete oder abgeschlossene Planfeststellungsverfahren gemäß BBergG

Mitteilung vom 12.09.2016

Dezernent Steine- und Erden-Bergbau
Hanjo Polzin
Raum: A330
Telefon: 03831-612130
Telefax: 03831-612112 ; 03831-612116
Sachgebietsleiter Bergaufsicht
Bergrat Volker Struwe
Raum: A314
Telefon: 03831-612132
Telefax: 03831-612112 ; 03831-612116